Abteilung Humanernährung

Kieler Adipositas Präventions Studie (KOPS)

Kieler Adipositas Präventions Studie (KOPS)

 


KOPSDie Kieler Adipositas-Präventionsstudie (KOPS) wurde 1996 mit den Zielen begonnen, (i) die Prävalenz des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen in Kiel zu bestimmen, (ii) Risikofaktoren für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter zu charakterisieren sowie (iii) Präventionsmaßnahmen durchzuführen und deren Einfluss zu untersuchen. KOPS ist eine Langzeitstudie, die bis in das Jahr 2013 fortgesetzt wird. Die Studie besteht aus fünf Querschnittuntersuchungen und zwei Längsschnittuntersuchung:

  • 1. Querschnittuntersuchung von 1996 bis 2001: Untersuchung von 4997 5-7-jährigen Kindern im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung (KOPS-Kohorte T0)
  • 2. Querschnittuntersuchung von 2000 bis 2005: Untersuchung von 4487 9-11-jährigen Kindern der 4. Klassenstufe (KOPS-Kohorte T1)
  • 3. Querschnittuntersuchung von 2004 bis 2009: Untersuchung von bisher 6263 13-15-jährigen Jugendlichen der 8. Klasse (KOPS-Kohorte T2)
  • 1. Längsschnittuntersuchung: Eine Untergruppe von Kindern wird personenident zu mehreren Zeitpunkten untersucht. Von 1772 Kindern liegen sowohl Daten zu T0 als auch zu T1 vor. 1239 Kinder bzw. Jugendliche wurden bisher sowohl zu T0 als auch zu T2 erfasst und 1464 Kinder bzw. Jugendliche sowohl zu T1 als auch zu T2. Von bisher 749 Kindern bzw. Jugendlichen liegen zu allen drei Zeitpunkten (T0, T1, T2) Daten vor.
  • Um Trends zwischen 1996 und 2008 bzw. 2000 und 2012 analysieren zu können, wurden 2006-2008 im Rahmen der 4. Querschnittuntersuchung weitere 2512 5- bis 7-jährige Kinder und für die 5. Querschnittuntersuchung von 2010 bis 2012 erneut 1224 9-11-jährige Kinder erfasst.
  • 2. Längsschnittuntersuchung: 757 Kinder wurden sowohl in der 4. als auch in der 5. Querschnittstudie untersucht.

 

Messgrößen sind der Ernährungszustand (u.a. Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung), das gesundheitsrelevante Verhalten der Kinder bzw. Jugendlichen (Ernährungsgewohnheiten und körperliche Aktivität bzw. Inaktivität), anamnestische Faktoren, der soziale Status der Kinder und deren Familien, die Wohnumgebung, der Ernährungszustand von Eltern und Geschwistern sowie die Körperwahrnehmung der Eltern und Kinder.

Im Rahmen von KOPS wurden zwei verschiedene Interventionen durchgeführt:

  • die Schulintervention, die sich an alle Schüler der 1. Klassenstufe richtete und somit einer universalen Prävention entspricht.
  • die Familienintervention als selektive Präventionsmaßnahme, die sich an Familien mit erhöhtem Adipositasrisiko richtet, also an Familien mit einem übergewichtigen Kind oder mindestens einem adipösen Elternteil.

Für die Schulintervention wurden zwischen 1996 und 2001 jedes Jahr drei Kieler Grundschulen ausgewählt. Die Intervention umfasste einen 6-stündigen Ernährungsunterricht sowie Anleitungen zu „Bewegten Pausen“ zur Motivation der Kinder zu körperlicher Aktivität. Insgesamt nahmen 780 Kinder am Ernährungsunterricht teil. Vier und acht Jahre nach der Intervention fand/findet eine Nachuntersuchung der Kinder statt. Die Ergebnisse der 4-Jahres-Nachuntersuchung von 345 Interventionskindern zeigen, dass eine frühzeitige Adipositasprävention möglich ist, der Erfolg jedoch durch das Geschlecht des Kindes, den sozioökonomischen Status der Familie sowie das Gewicht der Mutter beeinflusst wird.

Die Familienintervention bestand aus drei Beratungseinheiten zu den Themenbereichen Ernährung, Bewegung und Essverhalten. Übergewichtigen Kindern wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten zweimal wöchentlich ein einstündiges Sportprogramm angeboten. 92 Familien wurde dieses Therapieangebot gemacht. 22 Familien konnten über einen Zeitraum von 4 Jahren nachuntersucht werden. Die Familientherapie zeigt nachhaltige Effekte auf den Ernährungszustand. Allerdings wurde auch in der Familienintervention der Erfolg durch den sozialen Status der Familie begrenzt.